E-Mail: apo60@t-online.de
Das Kerpener Kulinarische Kirchen Kino
präsentiert vom KKKK-Team
jeweils sonntags um 16:00 Uhr
im Kath. Pfarrzentrum Horrem
Hauptstraße 215
50169 Kerpen-Horrem


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Die Aktualisierung auf den nächsten Film erfolgt
jeweils einige Tage nach der letzten Veranstaltung)!
Eric Till * D, CDN, USA * 1999 * 86 Min. * FSK 6 / Eignung: ab 14

Bonhoeffer – Die letzte Stufe ist eine US-amerikanisch-deutsch-kanadische Koproduktion von Eric Till aus dem Jahr 2000 (Premiere).
Der Name Dietrich Bonhoeffer ist nicht nur in kirchlichen Kreisen bekannt. Nach dem evangelischen Theologen heißen in Deutschland eine Reihe von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen. Die bekannteste Abbildung zeigt Dietrich Bonhoeffer mit schütterem Haar und Nickelbrille als vergeistigen Akademiker, obwohl der 1906 in Breslau geborene Spross einer großbürgerlichen Familie eine ausgeprägte pädagogische Ader besaß.

Aus der historischen Ferne des Erinnerungsbildes befreit ihn jetzt ein biografischer Film, der den Geistlichen als sprachbegabtes, musikalisches Multitalent präsentiert, als sympathischen, weltoffenen Intellektuellen, der nach der Machtergreifung Hitlers bald zu einer der wichtigsten Figuren innerhalb der Bekennenden Kirche wurde.

Handlung
Pastor Dietrich Bonhoeffer befindet sich in Sicherheit. Er ist in den USA, genießt dort die Freiheit und den Frieden, der in Deutschland durch die Nationalsozialisten bedroht ist. Dennoch kehrt er heim, zurück nach Deutschland.
Dort prangert er in einer abendlichen Predigt die Unterwerfung unter Hitler an. Auch klagt er den Reichsbischof Ludwig Müller an, er schreibe die Bibel um, und Bonhoeffer stellt fest:
„Nur wer für die Juden schreit, hat auch das Recht, gregorianisch zu singen“.
Die Gestapo wird auf Dietrich Bonhoeffer aufmerksam. Er muss sich nun einmal wöchentlich bei der Gestapo melden, unterliegt einem Berufsverbot und darf nicht mehr predigen.

Seiner Zwillingsschwester Sabine rät er bald darauf, mit ihrem jüdischen Ehemann aus Deutschland zu flüchten, die Gefahr durch die Nationalsozialisten sei mittlerweile zu hoch. Traurig folgt sie seinem Rat.
In einer Zeit zunehmender Repressalien, einer Zeit, in der kaum noch jemandem zu trauen ist, trifft Bonhoeffer bei Ruth von Kleist-Retzow deren Enkelin, die junge Maria von Wedemeyer, wieder, die bei ihm im Konfirmandenunterricht war.
Zeitgleich erfährt Bonhoeffer von Ruth, dass Deutschland sich neuerdings mit Polen im Krieg befände.

Bonhoeffer wird von seinem Schwager Hans von Dohnanyi als Kurier für die deutsche Abwehr angeworben, in welcher der Widerstand gegen Hitler brodelt. Damit wird ihm bescheinigt, dass er als Kriegswichtiger nicht eingezogen werden darf. Er gehört zu den Eingeweihten des Attentats von Rudolf-Christoph Freiherr von Gersdorff auf Adolf Hitler.
Aber das besagte Attentat vom 21. März 1943 scheitert.

Die Gestapo wird auf die Widerständler aufmerksam. Bonhoeffer gerät deshalb in Gestapo-Haft, wird dort immer wieder von neuem verhört. Im Gefängnis wird er ab und an von Maria von Wedemeyer, mit der er sich im Januar 1943 verlobt hatte, besucht. Gemeinsam hoffen sie auf seine Entlassung. Doch die Hoffnung erfüllt sich nicht.
Nach dem Attentat gegen Hitler vom 20. Juli 1944 werden viele der Regimegegner abgeurteilt und umgebracht. Auch der Fall Bonhoeffer gerät wieder ins Visier der Gestapo. Bonhoeffer, der sich immer noch im Gefängnis befindet, wird sodann am 9. April 1945 ins KZ Flossenbürg gebracht und ermordet.

Kritik
Zwar misslingen manche Szenen, vor allem, wenn Till mit Gegenlicht arbeitet oder der größte Teil des Films von einer unbeschwerten Morgensonne erwärmt wird. Auch lässt sich kaum übersehen, dass der Film an verschiedenen Stellen gerafft und umgeschnitten wurde. Doch Tukurs verblüffende Ähnlichkeit mit Bonhoeffer, seine nuancierte Darstellung und der unaufgeregte Rhythmus der Inszenierung lassen einen Charakter greifbar werden, der von einer tiefen Hoffnung durchdrungen war, ohne für die Katastrophen der Gegenwart blind zu sein. Tukurs Bonhoeffer ist weder ein steifer Kirchenmann noch eine narzisstische Führerfigur, sondern ein zupackender Herzensmensch, dessen „Gottesoption“ ihn zwar nicht vor Angst und Anfechtungen bewahrt, aber eine innere Freiheit gibt, aus der heraus er gegen die Diktatur ankämpft.
(Josef Lederle, filmdienst, 22.8.2024)




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